Wie Design verbindet: Im Gespräch mit der Künstlerin Malene Bach

Sie bilden das Fundament unserer Agentur: Auf den von der dänischen Künstlerin Malene Bach gestalteten Böden gehen, stehen und arbeiten wir, pausieren und vernetzen uns. Der Bodenbelag bei Compresso sieht aber nicht nur besonders schön aus, sondern spiegelt auch unseren Netzwerk-Gedanken wider. Denn Design ist in der Lage zu verbinden, wie Malene Bach im Interview erklärt:

Inwiefern ist Design in der Lage, Menschen miteinander zu verbinden?
Ich ziehe mein Umfeld immer in meine Arbeit mit ein, mit der Absicht, die Menschen mit dem Ort zu verbinden, an dem sie sich befinden. Die Identifikation mit dem Ort, sich bewusst zu sein, wo man sich befindet, trägt zu einem kollektiven Bewusstsein und zur Identität bei. Indem man Architektur mit Kunst eine neue Dimension und Qualität verleiht, schafft man es, auf eine neue Art und Weise zu kommunizieren, auf unterschiedlichen Ebenen. Gleichzeitig können wir über etwas reflektieren und diskutieren, während wir arbeiten.

Was ist für Sie das Besondere am Agenturhaus in Zollikon?
Sobald man das Gebäude betritt, zieht einen die Aussicht sofort in ihren Bann. Durch die grossen Fensterfronten und die Umgebung: der See, die Bahnschienen, die Dächer, die Achtzigerjahre-Häuser. Dies alles scheint unglaublich nah, wenn man in der Agentur sitzt – fast so, als würden die unterschiedlichen Aussichten Teil der Büros sein.

Sie machen Visual Art. Was hat Sie zu den Böden im Agenturhaus inspiriert?
Ich habe mich für eine Farbpalette entschieden, die die Umgebung des jeweiligen Stockwerks reflektiert. Die Farbgestaltung richtet sich auf jedem Flur nach der Farbe, die auf dem jeweiligen Stockwerk dominiert. Das Grün der Bäume und des Grases, das Blau des Sees und des Himmels, das Braun der Biberschwanz-Ziegel vom Nachbarhaus. Das Gelb bringt Wärme und Licht in die Räume – wie Gold oder die Sonne.

Aus welchem Material besteht der Boden?
Bei der Farbe wurde eine Lasurtechnik angewandt, die wir eigens für dieses spezifische Projekt entwickelt haben. Indem wir dem transparenten Medium ein klein wenig Farbe beimischten, konnten wir die Lasur in sehr transparenten Schichten auftragen, sodass die Qualität des Materials noch sichtbar ist. So erscheint die Farbe «sehr ehrlich»: Man erkennt, woraus der Boden besteht und wie er entstanden ist, die grosse Oberfläche fühlt sich offen an und erhält sofort eine Patina.

Worin besteht der Hauptunterschied zwischen der Arbeit an architektonischen Gebäuden und der Arbeit an Kunstwerken?
Wenn man die Umgebung eines Hauses studiert, die Geschichte, die Architektur, die Kultur, sind die Ideen und Konzepte für jedes Projekt sehr unterschiedlich, weil sie sich auf genau diesen spezifischen Ort beziehen. Dazu gehören die eingesetzten Materialien und die Zusammenarbeit mit dem Architekten und den Handwerkern. Die Funktion spielt natürlich eine Rolle. Wenn ich ein Kunstwerk in meinem Studio erarbeite, sind Materialien, Proportionen und Techniken relevant, aber nicht Kontext-gebunden. Dadurch ergibt sich etwas mehr Freiheit, auch hinsichtlich der Zeitspanne. Ich kann Dinge sehr schnell ausprobieren – oder sehr langsam. Die Grösse der Kunstwerke ist abstrakter, diese Werke sind mehr der Imagination überlassen.

Bei Compresso in Zollikon arbeiten verschiedene Kommunikationsagenturen unter einem Dach. Wie wichtig sind Kommunikation und Networking bei Ihrer Arbeit?
Kommunikation ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Sie ist elementar, damit die Menschen verstehen, warum etwas einen Unterschied macht und was es zu einem Ort beitragen kann – oder der Welt im Allgemeinen. Bei Kollaborationen ist Kommunikation extrem wichtig, weil man nur zusammen weiterkommt. Ich muss einen Prozess und eine Idee immer erklären, damit der andere das Potenzial erkennt, das entsteht, wenn man unterschiedliches Wissen und verschiedene Perspektiven zusammenbringt, um etwas Neues entstehen zu lassen. Daher ist Networking auch so wichtig.

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